Auf ins Abenteuer!

Familie Zdero reisen ein Jahr um die Welt.

Familie Zdero reist um die Welt mit zwei Koffern, vier Stück Handgepäck und großer Neugierde auf´s Unbekannte.

Das Haus ist verkauft, der Hausstand entrümpelt und der größte Teil entsorgt. Das, was Ihnen wirklich wichtig ist, lagert bis zu ihrer Rückkehr in einer Scheune. Die Auslandskrankenversicherung ist abgeschlossen und die ersten Flüge sind gebucht. Janett, Waldemar, Frida und Jacob Zdero haben das getan, was sich viele Menschen wünschen, aber oftmals nicht trauen: Auf Weltreise gehen, fremde Länder und Kulturen entdecken, neue Erfahrungen sammeln –

gemeinsam als Familie.

Am 7. August werden sie im Flugzeug sitzen – es ist der Beginn ihrer großen Reise. Reisen war schon immer ihr Lebensthema, vor und später mit den Kindern. Tochter Frida war sieben Monate alt als die kleine Familie 12 Wochen Elternzeit in Schweden verbrachte. Zwei Jahre später kam Jacob zur Welt und sie packten wieder in der Elternzeit für sieben Wochen Florida.

„Schon seit vielen Jahren dachten wir, wir müssten einmal länger weg“, erzählt Waldemar Zdero und weiter: „wir planten es und dann kam das Virus.“ Jedoch beschlossen sie vor einem Jahr, dass es trotz Corona in diesem Sommer losgehen soll.

„Durch Corona sind wir gezwungen, spontan und flexibel zu sein, auch dahingehend zu sehen, wann wir welche Länder bereisen können. Das macht es auch irgendwie aufregend“, meint der Gardelegener. „Es wird definitiv schön sein, weil wir es uns schön machen und es wird auf jeden Fall eine Erfahrung werden.“

Reiseplan A mußten sie verwerfen. Sie wollten zu Beginn die gesamte asiatische Ecke – von Südost-Asien über Korea, Japan, China, Indonesien zu den Philippinen bereisen. Das ist nun mit Start August durch Corona und den Einreisebestimmungen nicht möglich. Deshalb greift Plan B. Der führt sie in ein Land, das sie in der Vergangenheit bereits bereisten und dessen Natur und Wildlife sie begeisterte: Costa Rica. Fünf Wochen bleiben sie und fliegen dann weiter nach Florida, wo sie ihre Verwandtschaft erwartet. Im Oktober, hofft Waldemar Zdero, wir der Sprung nach Asien möglich sein.

Beide Gardelegener stehen mitten im Leben, sind berufstätig, hatten Haus und Garten, haben Freunde, Familie – was bewegt sie, den Schritt vom Wunsch in die Realität zu wagen? Alles aufzugeben, wenn auch auf Zeit?

„Wenn du in unserem Alter bist und beispielsweise neun- und siebenjärige Kinder hast, stehen die nächsten 10 bis 15 Jahre fest“, meint Waldemar „Das ist jetzt einfach noch mal so ein Cut, und wenn wir ihn machen, machen wir ihn richtig. Deshalb auch der Hausverkauf. Wir wollen einen Perspektivenwechsel, neue Erfahrungen machen und schauen, was nach dem Jahr ist.“ Dass sie zurückkommen steht für sie fest. Die Kinder haben in Gardelegen mit der Schule und Freunden ihre Anbindung. „Ich finde es spannend, andere Kulturen zu erleben und in der Mitte des Lebens einfach mal zu gucken, was das so mit einem macht und wo es hin führt. Und es jetzt zu tun ist richtig, auch, weil wir körperlich noch fit sind“, meint Janett Zdero. Die 41-Jährige nimmt die nächsten 365 Tage ein Sabatical Jahr. Sie ist Psychologin und Kindertherapeutin und möchte nach der Reise wieder in ihren Beruf weiterarbeiten. Für Waldemar Zdero hat die Weltreise gleichzeitig einen beruflichen Charakter. Seit Anfang des Jahres ist er Influencer und Medienschaffender (Content Creator) – machte seine Passion zum Beruf und arbeitet als „Food Blogger der Grillszene“. „Bei den Reisen nach Asien geht es für mich auch um Profilierung, zudem darum, viele Food-Inhalte zu erstellen, Kooperationspartner zu finden und Kontakte zu knüpfen“, berichtet er.

Auf seiner Webseite

www.chopstickbbq.de und den gleichnamigen Social Media-Kanälen sind hunderte selbstkreierte Grillrezepte zu finden, der Fokus liegt auf asiatischem Essen. Zukünftig wird er seine Follower über Videos direkt in die Küche der jeweiligen Länder mitnehmen. „Wir lieben die Küche Asiens, und ich werde mich durch sämtliche Streetfood-Märkte und Garküchen probieren und berichten, wo, es was Leckeres gibt“, kündigt der 44-Jährige an.

Für die Frida und Jacob wird diese Reise ein Meilenstein ihres jungen Lebens. In dieser Zeit werden ihre Eltern sie unterrichten. „Wir mußten uns als Familie aus Deutschland abmelden, damit die Schulpflicht entfällt. Es war leider von Seiten des Landesschulamtes nicht möglich, eine Schulbeurlaubung zu erreichen. Die übliche deutsche Bürokratie“, bedauert der Vater. Also entschieden sie, dass sie die Geschwister selbst nach dem regulären Lehrplan und in enger Absprache mit der Schule zu unterrichten. Es ist offen, ob sie nach ihrer Rückkehr in die nächste Klasse versetzt werden.

Das Paar betont, dass sie mit der Weltreise keiner Ideologie folgen. „Wir sind keine Freilerner oder Ähnliches, verbinden keine politischen oder religiösen Absichten damit. Uns geht es einzig um die Erfahrung und das Erlebnis. Wir reisen, weil wir es wollen und unseren Kindern das gerne auf ihrem Weg mitgeben möchten.“

Wer die Familie auf ihrer Reise um die Welt begleiten möchte, kann das auf Youtube oder Instagram tun. Unter: „Chopstick Trip“ werden sie regelmäßig Beiträge veröffentlichen.