“Da fällt einem leider wirklich nichts mehr ein”

Bilder: Hansestadt Gardelegen Fachdienstleiter Florian Kauer mit einem der Schilder, die an Osterfeuerplätzen aufgestellt werden sollen. Bild rechts: Diese Gummipuppe war in Miesterhorst entsorgt worden.

Viele Bürger und Beteiligte mühen sich, für gepflegte Ortsbilder in der Hansestadt Gardelegen zu sorgen – und umso mehr beschäftigt das Thema Vermüllung immer wieder die Mitarbeiter des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung, teilte die Stadtverwaltung in ihrer Pressemeldung vom 14. Februar mit.

Ein unschönes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: In Miesterhorst war eine Gummipuppe illegal entsorgt worden. „Da fällt einem leider wirklich nichts mehr ein“, sagt Florian Kauer, Fachdienstleiter im Fachbereich Sicherheit und Ordnung. Das übersteige ja auch das Vorstellungsvermögen, wenn man sich überlege, dass auch Kinder im Dorf spielend unterwegs seien und so etwas nicht in die Hand bekommen sollen, so Kauer kopfschüttelnd. Die Miesterhorster Puppe war ein Beispiel, das die Hansestadt in Sachen Müll beschäftigt.

Dazu gibt es Problembereiche, die kaum in den Griff zu bekommen sind – außer, dass regelmäßig gereinigt und Müll weggefahren wird. Im Bereich der Industrie- und Gewerbegebiete gibt es Müll- und Exkremente-Ansammlungen durch parkende Lkw-Fahrer. „Das ist ein großes Problem, dem perspektivisch sicherlich nur durch einen Lkw-Stellplatz in Gardelegen abgeholfen werden kann. Da sind wir derzeit in der Prüfung“, so Kauer.

Überwiegend betrifft die Vermüllung, teils mit Elektroschrott und Bauschutt, öffentliche Flächen. Gute Erreichbarkeit und schnelles Wegfahren von den Ablagerungsorten, das sind die entscheidenden Punkte für Mülltäter, wonach Plätze ausgesucht werden, haben Kauer und seine Kollegen festgestellt. Das treffe auch auf die Wernitzer Kieskuhle zu, wo vor kurzem erneut Farbeimer illegal entsorgt wurden. Bei Sichau waren es Bitumenplatten, Fenster, Felgen und Autoreifen. Schwerpunkte für Müllablagerungen sind die Osterfeuerplätze und Flächen im
Kämmereiforst. Deswegen werden erneut einige Verbotsschilder aufgestellt, kündigte Kauer an. „Das Schild an sich wird keine illegale Müllablage verhindern, aber es geht hier vor allem um Sensibilisierung und den Hinweis darauf, dass die Hansestadt Gardelegen Fehlverhalten konsequent verfolgt“, betont der Fachdienstleiter.

Festgestellt wird der Müll von Außendienstmitarbeitern und von aufmerksamen Bürgern, die sich telefonisch oder über das „Sag’s-uns-einfach“-Portal melden. Und Florian Kauer betont: „Wir sind für jeden Hinweis dankbar und verfolgen jeden einzelnen.“ Nur so bestehe die Chance, den illegalen Müll-Entsorgern auf die Schliche zu kommen. „Wir ermitteln sehr intensiv und genau, und oft lassen sich Rückschlüsse auf den Verursacher ziehen“, betont der Fachdienstleiter.

Nur dann besteht die Chance, Verursacher finanziell zur Rechenschaft zu ziehen. Dafür ist dann der Altmarkkreis Salzwedel zuständig, der das im Rahmen des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten verfolgt. Ist nämlich kein Verursacher zu ermitteln, zahlen alle Bürger die illegale Entsorgung des Mülls über ihre Abfallgebühren. „Das Ärgerlichste ist wirklich, dass eine Menge illegaler Müll ganz einfach kostenfrei bei der Gardelegener Deponie entsorgt werden könnte. Elektroschott und Farbeimer sind die besten Beispiele.“