Freude am Leben haben und anderen Freude vermitteln

Maler Wolfram Schubert in seinem offenen Atelier in der Nikolaistraße 4 in Gardelegen.

Freude am Leben haben und anderen Freude vermitteln – diese Maxime begleitete Wolfram Schubert durch die vergangenen Jahrzehnte, und mit diesem Credo begann der Mitt-Neunziger auch seinen neuen Lebensabschnitt. Vor wenigen Monaten zogen er und seine Ehefrau aus Potzlow in der Uckermark nach Gardelegen, wo zwei der Kinder des Paares mit ihren Familien leben. Wenige Wochen vor seinem 94. Geburtstag am 30. September gewährte der Maler und Kunstpreisträger, der vor allem im einstigen DDR-Bezirk Neubrandenburg deutlich sichtbare und farbige künstlerische Spuren hinterlassen hat, dem „Stadtspiegel“ Einblick in seinen bisherigen Lebensweg. (Text: Gudrun Oelze)

Der Sohn eines aus Wittenberg stammenden Lehrers wurde 1926 in der Nähe von Jüterbog geboren, ging später in Brandenburg zur Schule und kam zum Ende des 2. Weltkrieges in russische Gefangenschaft. Mehrere Jahre verbrachte er „als Stumpenroder“ – für ihn eine Art Wiedergutmach-Arbeit – in ukrainischen Wäldern und nennt diese Zeit eine „Schule meines Lebens“. Dort habe er so viele Menschen kennengelernt, aus allen Teilen Deutschlands und aller Professionen, blickt er zurück.

1949, wieder in Deutschland, betrat Wolfram Schubert erstmals altmärkischen Boden, den bei Grünenwulsch, einem Ortsteil von Kläden bei Bismark. Das war am 16. August, für ihn sein zweiter Geburtstag, an dem ein neues Leben begann. Auf den Tag genau 71 Jahre später begrüßte er Interessierte zur Eröffnung von Werkstatt und Atelier in Gardelegens Nikolaistraße, wo fortan frühere und neuere Arbeiten des Künstlers zu sehen sind.

Doch noch einmal sieben Jahrzehnte zurück nach Grünenwulsch, wohin es seine Familie nach den Kriegswirren verschlagen, der junge Heimkehrer nun mit anzupacken hatte, für die Bauern ringsum „eine Art Leiharbeiter“ war und „für Brot und Bleibe“ arbeitete. Weil er wegen der Jahre in Gefangenschaft nicht wie andere Gleichaltrige gleich nach dem Krieg das Abitur nachholen konnte, blieb Wolfram Schubert nur der zweite Bildungsweg für seine berufliche Laufbahn. Etwas Künstlerisches sollte es auf jeden Fall sein… „Ich wollte Bilder malen für Menschen, ihnen damit Freude bringen.“ Und so liegen in jener Zeit in der Altmark auch seine künstlerischen Wurzeln.

Mehr über den Maler Wolfram Schubert in der aktuellen Septemberausgabe auf den Seiten 16 – 17.