Überwältigender Zuspruch für Förderverein Kindertraum

Bild: FV Kindertraum / Die Baustelle zeigt das Mutter-Kind-Zentrum, das derzeit als Anbau entsteht und in das die Kinderklinik mit einziehen soll.

Der Startschuss ist gefallen: Die Welle der Unterschriftenlisten rollt, erste Erfahrungsberichte von Eltern sind schon im Postkasten, die Stellenanzeigen fertig zur Veröffentlichung, teilte der Verein in seiner Pressemitteilung vom 22.06.20 mit.

Mit voller Kraft setzt sich der Förderverein Kindertraum der Gardelegener Kinderklinik Albert Schweitzer für den Erhalt der stationären Einrichtung im Altmark-Klinikum in Gardelegen ein. Grund ist die mögliche Schließung der Kinderklinik zum Jahresende durch den Träger, die Salus Altmark Holding GmbH. „Wir wollen alles versuchen, um das zu verhindern“, betont Christine Schulz.

Die Vereinsvorsitzende und ihre Vorstandsmitglieder sind überwältigt, wie groß die Unterstützung schon kurz nach Veröffentlichung der Aktionen ist. In Geschäften, Arztpraxen, Firmen, Tankstellen und Gaststätten liegen die Listen aus, in denen alle Bürger mit einer Unterschrift verdeutlichen können, dass sie gegen die Schließung der Kinderklinik sind. Unzählige Privatpersonen haben ebenfalls begonnen, Unterschriften zu sammeln. „Es ist unglaublich, wie groß das Engagement ist. Das ist ein gutes Zeichen, wenn wir schon hunderte Unterschriften mit zum Gespräch mit Ministerin Petra Grimm-Benne am 2. Juli nach Magdeburg nehmen können“, so Schulz. Allein bei den offenen Gärten in Ipse kamen hunderte Unterschriften zusammen. In Wiepke half der Förderverein Landleben – sozusagen von Förderverein zu Förderverein, indem die Viertklässler Nick Beckmann und die Fünftklässler Jannis und Nikos Sanftenberg mit den Listen an jeder Haustür in Wiepke klingelten.

Der Kindertraum-Vorstand bittet auch um Erfahrungsberichte von Eltern. „Sie sollen kurz ihre Erfahrungen schildern, wie sie die Versorgung in der Kinderklinik erlebt haben. Denn es dürfte kaum eine Familie in Gardelegen und Umgebung geben, die nicht eine Verbindung zur Kinderklinik hat“, so Vorstandsmitglied Sandra Hietel. Die Unterschriften und Erfahrungsberichte sollen eine Antwort darauf sein, dass Sozialministerin Petra Grimm-Benne zu einer möglichen Schließung der Kinderklinik geäußert hatte, dass sie wissen möchte, wie die Klinik in der Bevölkerung angenommen werde. „Das werden wir zeigen“, so Vereinsvorsitzende Christine Schulz überzeugt.

 

Nick Beckmann (von links), Jannis und Nikos Sanftenberg sammelten für den Erhalt der Kinderklinik Unterschriften in Wiepke.

Für langjährige Vereinsmitglieder ist es ein Déjà-vu, denn der Verein wurde 2001 gegründet, um für den Fortbestand der Kinderklinik in Gardelegen zu kämpfen. Nun ist es erneut so weit. Und das, obwohl es in den vergangenen Jahren bei jedem Kinderfest die Beteuerungen von Seiten der Politik gab, dass die Kinderklinik Bestand haben wird. In Gardelegen entsteht derzeit für 5,3 Millionen Euro im Rahmen eines Anbaus ein Mutter-Kind-Zentrum, in das die Kinderklinik mit insgesamt 16 Betten einziehen soll. Derzeit stehen im Kinderklinik-Gebäude 24 Betten zur Verfügung.

Um bei der Personalsuche zu helfen – das Altmark-Klinikum sucht für den Standort Gardelegen zwei Kinderärzte – wird der Förderverein auf unkonventionelle Art bei der Bewerbersuche tätig: mit Anzeigen in Medien und in Portalen. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Demonstration vor dem Magdeburger Landtag.

Deutlich für den Erhalt der Kinderklinik haben sich auch die Stadträte in Gardelegen und Kalbe positioniert. Beide Gremien verabschiedeten eine Resolution, mit der erreicht werden soll, dass Kinderklinik in Gardelegen eine Zukunft hat.

Ausgefüllte Unterschriftenlisten sollen möglichst an den Förderverein Kindertraum, Linda Schulze, Schulweg 1, OT Estedt, 39638 Gardelegen geschickt werden. Eine Abholung durch die Vereinsmitglieder ist ebenfalls möglich. Dazu eine Mail an kindertraum-gardelegen@t-online.de schicken. Dorthin können auch Erfahrungsberichte geschickt werden.