In der großen Halle im Gewerbegebiet riecht es nach Holz, Metall und frischer Farbe. Hier entsteht etwas, das man so in der Altmark noch nicht oft sieht: Tiny Häuser – kompakte Mini-Häuser, die bei Bedarf umgestellt werden können. Gebaut werden sie von Eva Preetz und Erik Ondraczek.
Sie kommen aus der Region und wollen jetzt etwas Eigenes aufziehen: Eva Preetz lebt seit zwölf Jahren in der Altmark und bringt Erfahrung aus verschiedenen beruflichen Stationen mit. Zuletzt war sie als Finanzchefin bei einem Container- und Modulbauer in Kakerbeck tätig. Dort lernte sie auch ihren Partner Erik Ondraczek kennen. Er ist Handwerker durch und durch. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur war deutschlandweit im Anlagenbau unterwegs und arbeitete zuletzt als Produktionsleiter in Kakerbeck. „Ich habe immer alles mitgemacht: Elektro, Holz, Trockenbau. Ich wollte verstehen, wie es im Ganzen funktioniert“, sagt er. Diese Erfahrung fließt heute in jedes ihrer Häuser ein.
Vom Ende zur Idee
Anfang 2025 kam das Aus für das Kakerbecker Unternehmen, die Produktion wurde eingestellt. „Uns war klar: In der Region finden wir nichts Vergleichbares“, erzählt Eva Preetz. Pendeln kam nicht infrage. Also entschieden sie sich, selbst etwas aufzubauen.
Die Idee dafür gab es schon länger. „Wir haben bereits früher darüber gesprochen, ob man nicht Tiny Häuser bauen könnte“, sagt Erik Ondraczek. Erste Entwürfe entstanden noch im alten Job. Dann wurde aus der Idee ein Plan. Sie recherchierten, verglichen Zahlen und beobachteten den Tiny Haus-Trend. „Tiny Häuser sind für Leute, die sich etwas aufgebaut haben und noch einen Rückzugsort wollen“, erklärt Eva Preetz und weiter: “Aber auch für Menschen, die flexibel bleiben wollen. „Die sagen: Ich will mich nicht langfristig an einen Ort binden.“ Tiny Häuser sind für sie keine Spielerei, sondern eine Antwort auf veränderte Lebensentwürfe.
Zwei Modelle, ein klares Konzept
Derzeit gibt es zwei Hausmodelle: ein kompaktes mit gut fünf Metern Länge, ideal für den Campingplatz oder als Rückzugsort im eigenen Garten, mit Küche, Schlafbereich und kleinem Bad.
„Man könnte da zu viert schlafen“, sagt Erik Ondraczek. Die größere Variante misst gut sieben Meter und bietet mit Dusche, Waschmaschinenanschluss und zusätzlichem Stauraum mehr Komfort. Beide Modelle bleiben jedoch bewusst unter der Grenze von 3,5 Tonnen. Das ist entscheidend. „Dann kann man das Haus selbst ziehen. Ohne Sondertransport, ohne Lkw“, erklärt der Gründer.
Nostalgie statt Kubus
Was sofort auffällt: Die Form. Ein halbrundes Dach, fast wie ein alter Zirkuswagen, hebt die Häuser klar von klassischen, kantigen Modulen ab. Dazu kommt eine Metallfassade statt Holz. Pflegeleicht und langlebig. Innen setzen sie auf clevere Lösungen. Schmale Küchen, ausziehbare Tische, Stauraum unter der Treppe. Jeder Zentimeter zählt.
Technik mit Erfahrung
Die Konstruktion ist durchdacht: Außen Metall, darunter Holz, Dämmung und Innenverkleidung. „Wir haben uns bewusst für eine sehr leichte und gleichzeitig leistungsstarke Dämmung entschieden“, erklärt Erik Ondraczek. Der Grund ist simpel: Gewicht. Auch beim Heizen gehen sie pragmatisch vor. Elektrisch im kleinen Modell, Klimaanlage im großen.
Regionale Zusammenarbeit
Der Innenausbau läuft mit Fachpartnern aus der Region: Tischler, Elektriker, Sanitär und Klimatechnik. Die ersten Häuser entstehen gerade, Stück für Stück nimmt alles Form an. Im Sommer ist außerdem ein Tag der offenen Tür geplant. Wer sich schon vorher ein Bild machen möchte: Ende April wird an der Fertigungshalle ein Ausstellungsstück aufgebaut.
Kontakt
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