Heute stimmt Gardelegen über den Bürgerentscheid ab.Die Abstimmungskarten wurden bereits im Vorfeld verschickt, zudem bestand die Möglichkeit zur Briefwahl.
Zur Abstimmung steht die Frage, ob die Einheitsgemeinde keine Sondergebiete für Windkraftanlagen in Waldgebieten ausweisen soll, auch nicht für verfahrenskombinierte Anlagen, etwa zur Wasserstoffproduktion. („Sind Sie dafür, dass die Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen keine Sondergebiete für Windkraftanlagen in Waldgebieten ausweist – auch nicht für verfahrenskombinierte Anlagen, etwa zur Wasserstoffproduktion?“)
Damit der Entscheid bindend ist, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Mehrheit der abgegebenen Stimmen muss zugleich mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten ausmachen. Mit Stand Mai 2025 waren 18.442 Personen stimmberechtigt. Damit wären mindestens 3.689 Ja-Stimmen erforderlich, um die Bindungswirkung zu erzielen.
Der Weg bis zu diesem Tag war lang und von Kontroversen geprägt.
Die Bürgerinitiative „Wir wollen keine Windräder in der Altmärkischen Schweiz“ (BI Hellberge) sammelte mit Unterschriftenaktionen die notwendige Zahl an Stimmen, um den Bürgerentscheid herbeizuführen. Unterstützt wurde dies durch mehrere Veranstaltungen, Demonstrationen und Informationsflyer, in denen die Initiative ihre Argumente gegen Windkraft im Wald öffentlich machte.
Auf der anderen Seite versuchte der Projektträger EnBW, Akzeptanz für das Vorhaben zu schaffen.
In verschiedenen Informationsformaten stellte das Unternehmen mögliche Einnahmen für die Kommune dar, darunter eine regelmäßige Beteiligung für die Stadt sowie Preisvorteile für Anwohner im Umfeld der geplanten Anlagen. Darüber hinaus verwies EnBW auf Chancen durch eine Verknüpfung mit Wasserstoffproduktion und zusätzliche wirtschaftliche Impulse.
Begleitet wurde die Debatte von einer breiten medialen Berichterstattung: Druckmedien, TV und Radio berichteten über das Vorhaben und die Auseinandersetzungen. Insbesondere die Tagespresse veröffentlichte Hintergrundberichte, Interviews und Analysen, und machten die Argumente beider Seiten einer breiten Öffentlichkeit bekannt. So konnten sich Interessierte umfassend informieren und eine eigene Meinung bilden.
Mit der heutigen Abstimmung endet damit eine Phase intensiver politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzung.
Die kommenden Stunden werden zeigen, wie die Bevölkerung diese Abwägung trifft und damit – zumindest mittelfristig – eine Richtung für die künftige Entwicklung Gardelegens vorgibt.










