Circa 400 Menschen haben am Montagabend auf dem Rathausplatz gegen das geplante Windkraftprojekt in den Hellbergen demonstriert. Aufgerufen hatte die Bürgerinitiative (BI) „Wir wollen keine Windräder in der Altmärkischen Schweiz“. Rednerinnen und Redner kritisierten das Vorhaben von EnBW (Energie Baden-Württemberg) mit klaren Worten. Die geplanten Windräder sollen mitten im Wald entstehen und Strom für die Wasserstoffproduktion liefern.
Schon bei der Begrüßung machte Ingolf Arndt aus Gardelegen, Versammlungsleiter und Mitbegründer der BI, deutlich, worum es geht: „Wir als Bürger, als Wähler, als Volk müssen den Verantwortlichen zeigen, was wir von diesem Projekt halten!“
Erhard Stein aus Mieste, Mitinitiator der Bürgerinitiative, warnte eindringlich vor den Folgen des Vorhabens, wie vor massiver Waldrodung, Bodenverdichtung, verändertem Mikroklima und einer „Schneise der Verwüstung“. Auch der immense Wasserbedarf für die geplante Wasserstoffproduktion sei bedenklich: „135 Millionen Liter Reinwasser jährlich – und keine Antwort von EnBW auf unsere Fragen zur geplanten Produktionsmenge.“
Ulrich Scheffler aus Breitenfeld betonte die geologische und kulturelle Bedeutung des Gebietes: „Unsere Naturlandschaft ist vor 120.000 Jahren entstanden. Sie soll für unsere Kinder und Enkel erhalten bleiben.“
BI-Mitbegründerin Astrid Läsicke aus Zichtau rief zur Sichtbarkeit auf. Sie betonte die Notwendigkeit, den Widerstand öffentlich und deutlich zu zeigen, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und die Anliegen der Bürgerinitiative zu unterstreichen. „Wir müssen unseren Protest sichtbar machen. Hängt Banner auf, stellt Schilder auf – zeigt, dass wir nicht einverstanden sind.“
Während der Demonstration wurden auch Spendengelder gesammelt. Diese sollen laut Bürgerinitiative für Informationsmaterialien, den Aufbau einer Website oder die Organisation der Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.
Auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher ergriff spontan das Wort, nachdem ein Demonstrant aus dem Publikum wissen wollte, wie sie zum geplanten Windpark steht: „Ich bin mir sicher: Der Stadtrat wird nicht gegen die Meinung der Ortschaftsräte stimmen – und schon gar nicht, wenn nicht klar ist, wie das mit dem Wasser geregelt ist. Wir haben im letzten Jahr mit großer Hilfe unserer Landtagsabgeordneten Frau Hietel-Heuer ein tolles Förderprogramm für den Wasserverband erreicht – zur Rückgewinnung von Brauchwasser, das wieder in den Grundwasserspiegel eingeführt werden soll. So ein Projekt würden wir niemals machen, wenn wir nicht wüssten, dass wir eine Dürreregion sind. Und selbstverständlich, denke ich jedenfalls, wird der Stadtrat unter diesen Prämissen einer solchen Beschlussvorlage nicht zustimmen. Es gibt übrigens noch gar keinen Antrag.“
Die Bürgerinitiative kündigte an, ihre Kräfte weiter zu bündeln. Kontakte zu Umweltverbänden wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bestehen bereits. Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen, Vereinen und engagierten Personen aus der Region sei geplant. Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks, das Widerstand koordiniert und politisch wirksam macht. „Und wir sind dabei, eine rechtssichere Petition vorzubereiten“, sagte Ingolf Arndt.
Die Demonstration zeigt, dass der Widerstand gegen den geplanten Windpark in den Hellbergen wächst. Viele Menschen aus der Region positionierten sich öffentlich gegen das Vorhaben. Die Bürgerinitiative will ihren Protest weiterführen – gut vernetzt und öffentlich sichtbar.


















